Wie kann man die negativen Auswirkungen starker Emotionen verhindern?

Nicht die Emotionen selbst sind gefährlich, sondern ihre Intensität und die möglicherweise daraus entstehenden Handlungen. Denn je stärker eine Emotion, desto größer ist die Gefahr, sich von dieser Emotion zu Handlungen hinreißen zu lassen, durch die man sich selbst oder andere gefährdet. Die Frage ist: Wie gehen wir mit unseren Emotionen im Straßenverkehr um, damit sie möglichst keine negativen Folgen haben?

Zunächst einmal ist es wichtig, sich einen Moment zum Nachdenken zu nehmen. In welchen Situationen reagiere ich üblicherweise mit starken Emotionen? Reagiere ich bei Zeitdruck nervös und gereizt? Dann sollte ich zum Beispiel darauf achten, immer ausreichend Zeit einzuplanen.

Um die eigenen Emotionen gut im Griff zu haben, sollte man bereit sein, Verkehrssituationen nicht nur aus der eigenen Perspektive, sondern auch vom Standpunkt anderer zu betrachten. Welche Wünsche und Erwartungen könnten andere an die Situation und an mich haben? Was würde deren Lage erschweren, was würde sie erleichtern? Wenn man sich in die Lage Anderer hineinversetzen und Verständnis für sie entwickeln kann, fällt es einem leichter, auch im Straßenverkehr Rücksicht zu nehmen.

Eine wichtige Rolle spielt auch, welche Eigenschaften ich den Personen, denen ich im Straßenverkehr begegne, zuschreibe. Nehmen wir als Beispiel eine Situation, in der sich jemand an einer Kreuzung erst sehr spät einordnet und sich beim Spurwechsel zwischen zwei andere Fahrzeuge drängt. Eine Möglichkeit ist davon auszugehen, dass die fahrende Person sich vordrängeln will. Eine andere Möglichkeit wäre, davon auszugehen, dass die fahrende Person einfach kurz unachtsam war und die frühe Chance, sich einzuordnen, verpasst hat. Vielleicht ist die Person sogar ortsunkundig und freut sich besonders, wenn Sie sie jetzt noch einfädeln lassen. Wie man das Verhalten anderer interpretiert, bestimmt also auch darüber, mit welcher Stimmung und mit wie viel Rücksicht man auf sie reagiert.

Wer in einer Verkehrssituation Ärger, Stress oder Wut in sich aufsteigen fühlt, kann laut zu sich sagen: „Stopp! So nicht! Ich lasse mich nicht provozieren!“. Um dann auch wirklich ruhig und gelassen zu bleiben, können vorher zurechtgelegte Sätze helfen, beispielsweise: „In meinem Auto bin ich verantwortlich – ich lasse mich von anderen nicht zu riskantem Verhalten bewegen.“ Wenn das klappt, ist man gleich viel entspannter unterwegs. Und wer entspannter unterwegs ist, lässt anderen vielleicht auch mal den Vortritt und kann so aktiv dazu beitragen, dass es seltener zu brenzligen Situationen oder sogar Unfällen kommt.

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